Château Picard Rouge Bordeaux

Es scheint derzeit eine Mode zu sein, dass man den Weinen aus Bordeaux die Klasse abspricht. Was natürlich eine lächerliche Angelegenheit ist.
In der Tat ist allerdings der Weinbau in Bordeaux derzeit in einer Krise.

Natürlich zählt nicht jeder Wein zu den Grand cru und nicht jeder ist berühmt.
Freilich gibt es dann neben den großen Namen eine Menge guter bis sehr guter genießbarer Weine, die noch erschwinglich im Preis sind und dafür gute Qualität bieten.

Zu diesen Bordeaux Weinen zählt sicher derjenige des Château Picard aus der Gironde.

Ein Grand Vin de Bordeaux abgefüllt in einer dekorativen Flasche, mit dem Namen in gotischen Lettern und einer Zeichnung, welche das Schloss abbildet und zudem ein rotes Qualitätssiegel aufweist.

Ich probierte einen Château Picard Jahrgang 2019, eine Cuvee aus Malbec, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc.

Der Wein zeigt eine schöne mitelrote Farbe und besitzt eine delikate Eleganz und Leichtigkeit. Der Geschmack ist mineralisch, die Tannine sind dezent.
Ein feines Aromenspiel von Waldbeeren, mit leichter Kirsche, fast ein wenig Zimt und dunkle Schokolade ergänzen sich zu einem frischen Charakter.
Das ist eher leichter Bordeaux, der vorzüglich zu Wildgerichten passt. Ich trank den Château Picard zu Hirschsteaks aus dem Baden-Badener Stadtwald zusammen mit Esskastanien von eben daher, die von der Freundin mit viel Liebe gesammelt, an Karotten, Walnüssen Kartoffelklößen zusammen mit Schalotten und Knoblauch in einer Rotwein-Tunke, mit Zugabe eines einfachen französischen Landweins.

Das ist eine Kombination aus gutem Wein und regionaler Speise, die Freude bereitet.

Ich kann diesen Wein durchaus empfehlen. Dieser genügt vielleicht nicht den allerhöchsten Ansprüchen, aber er erfüllt durchaus gehobene Ansprüche und das mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis.

Jean B. de Grammont