Ein prächtiger französischer Name, das ist Comte Gilbert de Montsalvat. Geboren in den 1920er Jahren in Burgund und Student der Philosophie und Literatur in Cambridge, das klingt vielversprechend. „Höre nie auf Päpste, sondern auf deinen eigenen Geschmack“ so sein Credo. Das könnte von mir sein!
Allerdings hat die Sache einen Haken, Comte de Montsalvat kann nicht schmecken. Zum Glück habe ich dies Manko nicht.
Nach ihm ist eine Zigarrenmarke benannt, die es wirklich gibt. 2018 feierte sie ihr 10jähriges Anniversaire. Den Grafen und seine Familie hat es allerdings nur in Form von Buchstaben auf dem Papier und in Buchform gegeben. Eine charmante Erfindung des Schweizer Schriftstellers Thomas Brunnschweiler. Chapeau!
Ein Kollege und Zigarren-Freund also.
Gegründet von einem ehemaligen Mitarbeiter von Davidoff und von Raimondo Bernaschoni aus Basel machen die Zigarren allerdings der noblesse franc,aise Ehre. Denn für einen wohlfeilen Preis erhält der Aficionado gute Qualität. Es ist weder nötig das Tafelsilber noch das Château zu verkaufen. Der Unterhalt bleibt gewahrt. Aber la douceur de la vie ist ebenfalls gewährt.
Bei einem Spontan-Kauf des Gordo Formats in der Kurzversion, auch Chunky genannt, hatte ich meine Freude daran, auf der Terrasse des Insel-Hotels in Konstanz bei prächtigem Wetter und blauem Himmel passend zur blau-blütigen und silbernen Binde des Herrn mit Hut als Shilhouette.
Gut gewickelt ist das kurze Runde Stück mit Tabak aus Nicaragua. Der Zug ist gut, dito der Abbrand, die Asche hält bis zuletzt. Fast eine Stunde Plaisir du Fumeur. Cremige bis nussige Aromen von feiner dezenter Süße erfreuen.
Einzig in Sachen gentilesse lässt Herr Bernaschoni ein wenig nach, denn bislang gab es keine Antwort auf eine wohlwollende Anfrage. Aber vielleicht ist Monsieur ja en vacances?
Die Ferien dauern überraschend lange. Offenbar fehlt dem Herausgeber dieser wohlklingenden Marke jegliche Gentilesse, die eigentlich von einer mit der Noblesse francaise verbundenen Marke zu erwarten wäre, selbst wenn diese wie im Falle von Gilbert de Montasalvat rein erfunden ist.
Jean B. de Grammont