

Was für ein Gigant war nicht Domenico Scarlatti auf dem Feld der Tasten-Musik.
Über 500 meist einsätzige Sonaten hat er für das Klavier oder Cembalo komponiert.
Ein wahrer Schatz ist das, ursprünglich für das Divertissement königlicher Ohren bestimmt. Denn Scarlatti war nach seinen Anfängen in Neapel, Clavierlehrer zunächst am portugiesischen, dann am spanischen Hof.
Bereits Vladimir Horowitz rühmte die Scarlatti Sonaten und wie trefflich spielte nicht der legendäre Scott Ross auf einem wunderschönen Clavecin des 18. Jahrhunderts sämtliche Sonaten ein auf dem fantastischen Château d‘Assas der Familie Demangel, einer bei Montpellier gelegenen merveille der Ära Louis XV .
Vor nicht allzulanger Zeit hat die aus Riga stammende Cembalistin Tatjana Vorobjova auf einem Ruckers Nachbau eine kleine Auswahl an Scarlatti Sonaten unter dem Titel ….ma cantabile eingespielt. (Siehe weitere Besprechungen auf haute-culture-jdg.de mit JS Bach und dem Ruckers Cembalo aus dem musee Unterlinden in Colmar mit der Interpretin)
Die Sanglichkeit steht hier also im Vordergrund. Erschienen ist die CD beim für audiophilen Feinschliff bekannten Label Darbringhaus und Grimm.
Meist reihen sich Moll und Dur Sätze aneinander. Oft heißen die Satzüberschriften Allegro oder Cantabile oder Aria. Das ist ein farbiger Blumenstrauß der Fantasie voll schönster musikalischer Einfälle. Auf dem CD Cover ist ein Ausschnitt des Porträts von Domenico Scarlatti zu sehen, insbesondere die schöne Hand, wie sie aus dem Ärmel taucht und auf dem Deckel eines Cembalos ruht Das passt und erinnert an manche Aufschriften auf Cembalo-Deckeln wie Indocta manu non tacet clavis. Hier sind die Hände der Interpretin alles andere als ungelehrt. Mit Eleganz und Atem gespielt voller Nuancen. Der edle Klang des Cembalos entzückt und es wird beim Anhören dieser raffiniert komponierten Musik voller Grazie und Abwechslung niemals langweilig.
Jean B. de Grammont
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