Jean-Marie Leclair Triosonaten

Einer der großen Geiger und zugleich Komponisten des französischen Barock war
Jean-Marie Leclair. Es gibt wunderschöne Violinkonzerte von ihm, Duette und Solo-Sonaten
für Violine, zudem eine einzige Oper, nämlich Scylla und Glaucus.
Dennoch ist dieser Meister lange nicht so bekannt wie etwa Vivaldi. Leclair ist eher ein Komponist für den wahren Connaisseur.
Tragisch endete sein Leben, denn Leclair wurde unter bis heute nicht restlos geklärten mysteriösen Umständen im Alter von 67 Jahren 1764 ermordet. Ein reizvoller Stoff für einen Musik-Krimi.

Wir stellen hier eine bereits ältere, aber vorzügliche Aufnahme seiner Trio-Sonaten Opus 4 vor von 1993.
Diese darf nach wie vor als die Referenz-Aufnahme dieser Trios gelten und ist immer noch beim audiophilen Label Darbringhaus und Grimm erhältlich.
Das Barock-Ensemble Musica Alta Ripa sorgt für eine lebendige und geschliffene Darbietung dieser Juwelen der Trio-Literatur in der Nachfolge eines Arcangelo Corelli.
Das italienische Vorbild imitiert Leclair nicht nur, sondern der Meister ergänzt es mit französischen Arias, Sarabanden und Gavotten, die einmal gar etwas Musettehaftes haben und pastorale Athmosphäre ausbreiten bzw. echte Bukolik ja Idylle assoziieren.
Damit haben wir hier eine grandiose Melange aus italienischer Kantabilität, mustergültiger Kontrapunktik und durchaus ernsthafter nobler Artistik vor uns. Insofern eignet diesen Trios Leclairs echte Grandeur.

An den Barock-Violinen bringen Anne Röhrig und Ursula Bundies mit glutenden Klängen diese Violin-Trios zum Leuchten und Glühen, während Guido Larisch auf dem Barockcello und Bernward Lohr teils auf dem Cembalo und teils auf dem Orgelpositiv differenziert und kraftvoll zusammen bisweilen mit Ulrich Wedemeier auf der Theorbe den Continuo formen.

Es ist eine wahre Freude, dieser musique zu lauschen. Hier verschmelzen Italienische Grandezza mit französischem Raffinement auf unvergleichliche Weise. Ecoutez la chers melomanes! C‘est un grand plaisir!

Jean B. de Grammont