Orchestersuiten von Jean Philippe Rameau

Über Jean-Philippe Rameau habe ich bereits in einem Beitrag auf haute-culture-jdg.de gehandelt, zusammen mit seinem Kollegen Jean-Fery Rebel in einem kleinen Komponisten Porträt und einer Hommage zugleich auf die französische Barock-Musik.

Nun legt das L‘Orfeo Barockorchester beim Label CPO nach mit weiteren Orchester Suiten aus zwei beliebten Bühnenwerken Jean-Philippe Rameaus. Einmal der Oper über den Zauberer Zoroastre und dann aus dem Meisterwerk Les Indes galantes.

Vom Zauber der ursprünglichen Bühnen-Präsenz spricht bereits das CD Cover, das einen Kostümentwurf der Gestalt des Zoroastre wiedergibt.
Nicht minder zauberhaft und zugleich temperamentvoll ist die musikalische Gestaltungskraft des hier großbesetzten L‘Orfeo Klangkörpers mit Hörnern, Flöten, Oboen und Fagotten zum Streicherapparat und zugleich teils rhythmischer Begleitung eines Tambourins in manchen Tanzsätzen.

Mit Kraft und Feuer huschen hier die Charakterstücke vorüber und wer möchte nicht entzückt sein, wenn die bekannte Melodie auf Les Sauvages erklingt. Oder wenn der Zauberspuk eines Zoroastre aufblitzt und sein Gefolge aus Elementargeistern zu tanzen beginnt.

Die Klangfarben eines Rameau, die ähnlich brillant leuchtend sind wie die eines Telemann, kommen hier wunderbar zur Geltung.

Und das österreichische Ensemble hat sich offensichtlich an der Eleganz französischer Barock-Ensembles geschult, es wird französisch parliert mit den Instrumenten. Vraiement c‘est magnifique, möchte man ausrufen.

Eine Trouvaille und Surprise zugleich, die wärmstens empfohlen sei.

Jean B. de Grammont