Château de Rochemorin rouge

Bildrechte des Doppelporträts im Hintergrund
Musée du Louvre

Über das Château Rochemorin handelten wir bereits in einem Beitrag über den Sauvignon Blanc des Hauses. Hierbei gingen wir ausführlich auf die Geschichte des Weinguts ein.

Ein ausgezeichneter Wein ist zugleich der Vin rouge. Ich probierte den Jahrgang 2019, eine klassische Cuvée aus Cabernet-Sauvignon und Merlot, dessen Reben auf den sandigen und mineralischen Böden dort ideale Bedingungen finden. Die Flasche ist identisch, nur dass den Verschluss eine rote Aluminiumhülle mit den Initialen AR (André Lurton) kleidet.

Hat man den Wein erst einmal entkorkt, strömen sogleich feine Odeurs in die Nase, die das subtile Bukett ahnen lassen. Die Tannine sind mild und eine feine Textur aus Waldbeeren, Brombeere und eine Spur Chassis mischen sich mit Wohlgefallen.

Ob dazu nun ein gutes Entrecôte an Bio-Champignons und Karotten mit Spätzle oder Hasenleber mit Tomaten-Ravioli und Demeter Tomaten gereicht wird, wie wir es spontan hielten; so ergibt sich ein trefflicher Zusammenklang, der selbst Baron de Montesquieu gefallen hätte, der ja-wie geschildert, auf Château de Rochemorin geboren wurde.
Wohl hätte dieser köstliche Wein dem Revolutions-Refugié Adalbert de Chamisso behagt, einem hervorragenden Dichter der Romantik, von ihm haben wir uns erlaubt eine alte Ausgabe seiner Werke neben der Bouteille zu platzieren.
Freigeister mögen gute ehrliche und nach biodynamischen Grundsätzen erzeugte, noch erschwingliche Weine wie diesen. Direkt beim Erzeuger wie bei Jaques Weindepot ist der feine Tropfen erhältlich.

Jean B. de Grammont