Rotwein Schwarzer Herzog Cleebronn Güglingen

Vom angesehenen Gourmet-Magazin Falstaff wurde die schwäbische Winzergenossenschaft Cleebronn-Güglingen im Unterland wiederholt prämiert. Das mit Recht, denn die Produkte des Hauses sprechen für sich.

Etwa der wohlschmeckende Schwarze Herzog, eine 13 prozentige Rotwein-Cuvee. Diese vereint halb und halb die traditionelle Württembergische Rebsorte Lemberger mit Cabernet Sauvignon Trauben und beweist das bei Cleebronn-Güglingen in der Preisklasse um 12 Euro durchaus internationales Niveau erreicht werden kann.
Gekeltert in Schwaben, parliert der Wein fast ein wenig französisch. Dieser Tropfen erhielt 2025 den Meininger Weinpreis.

Das liegt unter anderem an der Lagerung in Barrique Fässern und der Qualität der verwendeten Trauben. Beim Blind Tasting könnte man durchaus auf einen ordentlichen Franzosen, z.B. auf einen Wein der Côtes du Rhone oder gar aus Bordeaux tippen.

Ich probierte unlängst zwischen den Jahren den Jahrgang 2022 und bereitete dazu Hähnchenleber in Hühnerfond abgerundet mit Majoran-Zweigen, Kürbis-Tortellini an Bio-Champignons an angedünsteten Schalotten mit Bio-Karotten.
Das passte gut zusammen mit der runden Charakteristik des Schwarzen Herzog.

Ein Gusto nach Brombeeren und Wildkirschen entfaltete einen harmonischen Gesamtklang mit mildem Charakter mit ausbalanciert langem Abgang, der mit Wohlgefallen auf der Zunge zergeht und ebenfalls zu Wildgerichten oder Geflügel einen guten Begleiter abgibt.

Bereits der schwäbische Dichter Ludwig Uhland schrieb sein Gedicht Wein und Brot im Hinblick auf die Weine des alten Württemberg.
Zwar kannte der Poet der Romantik diesen Schwarzen Herzog noch nicht, geschweige denn die Winzergenossenschaft Cleebronn Güglingen, aber seine Verse sprechen für sich.

Wein und Brot

Solche Düfte sind mein Leben,
Die verscheuchen all mein Leid:
Blühen auf dem Berg die Reben,
Blüht im Tale das Getreid.

Donnern werden bald die Tennen,
Bald die Mühlen rauschend gehn,
Und wenn die sich müde rennen,
Werden sich die Keltern drehn.

Gute Wirtin vieler Zecher!
So gefällt mir‘s, flink und frisch;
Kommst Du mit dem Wein im Becher,
Liegt das Brot schon auf dem Tisch.

Gerne möge die Wirtin fortan ein Glas vom Schwarzen Herzog bringen. Wohl bekomms!

Jean B. de Grammont