




Im Languedoc bei Montpellier gibt es durchaus gute Weine.
Ist doch diese Weingegend eine der ältesten in Frankreich, bereits die Römer kultivierten hier Reben.
Nicht ganz soweit zurück reicht der Weinbau auf dem Terroir der Abtei von Valmagne, die bereits im frühen 12. Jahrhundert von Benediktiner-Mönchen gegründet, dann aber bald von den Zisterziensern übernommen wurde und über Jahrhunderte inklusive den Wechselfällen einer langen Geschichte mit allen Höhen und Tiefen bestand.
Zum reinen Weingut innerhalb des Hérault wurde die Abtei freilich erst mit der französischen Revolution.
Da die neue Regierung kein sonderliches Interesse daran hatte, ein Kloster des Ancien Regime weiter zu erhalten, wurde Valmagne komplett an die Winzer-Familie Granier 1791 verkauft und die Kirche ab dieser Zeit zum Weinlager umfunktioniert. Zuvor war die verlassene Abtei bereits von den Bauern der Gegend geplündert worden.
Wegen der großen Weinfässer im Kirchenschiff wird Valmagne auch als Kathedrale des Weines bezeichnet.
Vielleicht mögen das Manche befremdlich finden, aber dadurch wurde die wunderbare frühgotische Zisterzienser-Kirche sowie der zauberhafte gewölbte Kreuzgang bis auf den heutigen Tag erhalten.
Bis 1831 Henri-Amadée-Mercure de Turenne das Gut Valmagne übernahm, seinerseits Marschall unter Napoleon I, kümmert sich nun diese Familie um den Weinbau und produziert verschiedene gute Tropfen. Indes ist es Roland de Gaudart d‘Allaines, ein Zweig der Adelsfamilie de Turenne, deren berühmtester Ahne bekanntlich ein bedeutender Feldmarschall unter Ludwig XIV. war.
Neuerdings wird der Anbau erfreulicherweise nach biodynamischen Gesichtspunkten favorisiert.
Einen der durchaus erschwinglichen Bio-Basis-Rot-Weine der Abbaye de Valmagne probierte ich unlängst nach einem Spontankauf in Jaques Weindepot. Das Etikett der hübschen Flasche ziert das helmgezierte Wappen mit Löwen und vier Lilien der Familie d‘ Alaines mit der Devise SPE et FIDE und mit beigesellten Figurinen.
Es ist eine Cuvée aus Syrah, Mourvèdre und Grenache von schöner dunkelroter Couleur und einem Alkoholgehalt von 13,5 Prozent. Eine feine Fruchtsäure zusammen mit kraftvollen Aromen nach dunklen Brombeeren und guter Würze mit einem Hauch Leder, Holz und Erde gibt ein schönes Bukett, was gut zu kräftigen einfachen Gerichten passt.
Ich bereitete dazu ein halbes Freiland-Bio-Hähnchen zu Bio-Champignons und Kartoffelknödeln mit Majoran, das war eine runde Sache. Es ist ein Wein für viele Gelegenheiten.
Jean B. de Grammont

