
Wieder geht es in die Gefilde der friederizianischem Hof Musik mit Johann Gottlieb Janitzsch, einem tüchtigen Meister aus der Ära von Vorklassik und Empfindsamkeit, der aus dem schlesischen Schweidnitz stammte und als Kontrabass-Spieler und Compositeur bereits auf Schloss Rheinsberg beim Kronprinzen Friedrich II. von Preußen Anstellung fand und in königlichen Diensten daselbst bis zu seinem Lebensende blieb. Janitzsch starb bereits 1763 in Berlin.
Besonders wurde Janitzsch von den Zeitgenossen als tüchtiger Kontrapunktist gerühmt, wobei seine Trio-Sonaten und vor allem seine Quadri, wohl nach Telemanns Vorbild, vorzügliche Muster abgeben.
Dass daneben weitere interessante Stücke überliefert sind, belegen Janitzsch Sinfonien und Cembalo Konzerte. Zwei sind es insgesamt, von den dreisätzigen Sinfonien gibt es ein paar mehr.
Alle hier in einer Ersteinspielung vorgelegten Kompositionen kommen mit Streichern aus.
Das polnische Alte Musik Ensemble Arte dei Suonatori hat zusammen mit dem Cembalisten Marcin Swiatkiewicz eine engagierte Aufnahme bei CPO vorgelegt, die den reizvollen, ja eleganten Fluss dieser Musik hervorzuheben versteht.
Die Sinfonien sind von lebhaftem Ecksätzen gerahmte Preziosen und haben sehr schöne melodische langsame Sätze.
Insbesondere die Cembalo Konzerte überraschen mit ausgefeilten Solo-Parts voller Arpeggien und raffinierten Rokoko Guirlanden, so dass es rauscht und flimmert funkelt und glitzert. Das ist der engagierten Herangehensweise der Interpreten zu danken. Diese Concerti sind gefälliger etwa als Carl Philipp Emanuel Bachs Stücke dieser Art aus derselben Zeit.
Eine ausgesprochen kurzweilige CD mit divertierender Musik des friderizianischen Rokoko, die leicht ins Ohr geht und dennoch gehaltvoll ist.
Jean B. de Grammont

