
Indes hat das Orchester „la Stagione“ Frankfurt unter Leitung von Michael Schneider den Zyklus der Sinfonien von Franz Ignaz Beck mit dessen Opus 4 abgeschlossen, genauer
den Sinfonien 4-6.
Wieder hat das Label CPO sich für diese Raritäten des wenig bekannten Mannheimer Komponisten eingesetzt. Allerdings war Beck hauptsächlich in Bordeaux tätig, leitete dort das Opernorchester in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und überstand daselbst auch die Wirren der französischen Revolution, um betagt nach 1800 in Bordeaux zu sterben.
Der Komponist entwickelte seinen persönlichen Mannheimer Stil weiter ohne groß französische Einflüsse anzunehmen.
Wenigstens bei der eingespielten Ballett-Musik zum Melodram „Pandore“ ist weitgehend französischer Einfluss vorhanden.
Allerdings schon in Richtung der frühen Romantik.
In den Sinfonien zeigt sich Beck als effektvoll agierender Komponist mit Mannheimer Crescendi und farbiger Instrumentierung. Raffiniert ist der melancholische und polyphone langsame Satz einer viersätzigen Sinfonie. Desgleichen das schwungvolle Menuett derselben. Und die Kopfsätze und Finali sind gut konstruiert und haben eingängige bzw. ungewöhnliche Thematik.
Bisweilen hat man diesen Pionier der Symphonik und Zeitgenossen Haydns als Manieristen bezeichnet, dabei ist Beck das gar nicht.
Sondern eher Avantgarde avant la lettre, die freilich neben Mozart und Joseph Haydn ein wenig in den Schatten fällt.
Aber wenn Beck so gekonnt interpretiert wird wie hier von La Stagione mit der Erfahrung des Flötisten und Dirigenten Michael Schneider, dann können hier spannende Entdeckungen und Hörerfahrungen gemacht werden.
Jean B. de Grammont

