




Auch im Elsass stellt man vorzügliche Crémants her.
Ein Pionier auf diesem Gebiet ist das Weinhaus Lucien Albrecht aus Orschwihr. Wein wird dort seit 1698 hergestellt, also schon seit den Zeiten König Ludwigs des Vierzehnten. Crémant etwa seit Anfang der 1970er Jahre.
Neulich hatte ich Gelegenheit, in einem Schlossgarten den Lucien Albrecht brut zu goutieren.
Ein einfaches Picknick mit Lachs und Oliven sowie Käse und etwas Wurst samt Baguette, dazu wie sollte es dem Elsass entsprechend anders sein mit einem Gugelhupf, es mundete vorzüglich.
Dieser Crémant von Lucien Albrecht ist irgendwie ein echter Elsässer, der die Sonne der Rebberge bei Orschwihr mit in den Kelch bringt.
Kraftvolle Noten von Aprikose , Pfirsich und etwas Zitrus-Frische wie Brioche zu einer schönen duftigen Perlage, die lange anhält, gefallen überaus. Ebenso wie die affektvoll gestaltete Bouteille mit rotgoldenem Etikett.
Der Crémant aus dem Elsass hat etwas mehr mineralische Kraft wie einer von der Loire. Letzterer ist dafür eleganter.
Trinke ich Crémant aus dem Elsass, muss ich zurückdenken an den früheren Leiter des Institut Francais in
Freiburg i. Br., das in einer schönen Villa untergebracht war und soweit ich weiß nicht mehr existiert.
Immer nach kulturellen Veranstaltungen lud Monsieur zu Crémant d‘Alsace ein.
Natürlich auch bei Gelegenheit unserer Lesung aus meiner Erzählung „Telemann und Paris“, wobei aus den Quatuors Parisiens Telemanns wie anderen Stücken desselben und Musik von Rameau wie Couperin gespielt wurde von vier charmanten Musikerinnen auf Originalinstrumenten, darunter Flûte traversiére, Violine, Viole de Gambe und Cembalo. Damals studierten sie noch an der Musikhochschule Freiburg und an der Scola Cantorum
Basiliensis, heute gibt es sie in Konzerten und auf CDs zu hören.
Also à votre santé mit dem feinkräftigen Crémant d‘Alsace von Lucien Albrecht.
Jean B. de Grammont

