Der Katz‘sche Garten zu Gernsbach


Ein besonderes Kleinod privater Gartenkunst aus den Anfängen und der Mitte des 19. Jahrhunderts mit Erweiterungen aus den ersten Dezennien des 20. Jahrhunderts ist der sogenannte Katz‘ sche Garten am Ufer der Murg in Gernsbach.
Angelegt wurde der Garten ursprünglich von einem italienischen Gartenbaumeister kurz nach 1800.

Gegenüber der von Friedrich Weinbrenner errichteten klassizistischen Villa der Murgschiffer-Familie Katz, deren Dreiecksgiebel und Fassade herübergrüßen, bietet dieser kleine Garten auf einem schmalen Streifen ein Sammelsurium an Skulpturen, exotischen und seltenen Pflanzen worunter zwei der ältesten nördlich der Alpen wachsenden Magnolien zählen wie auch eine Sumpfzypresse wie andere botanische Rarissima mehr. Darunter Passionsblunen und besondere Palmenarten. Freilich kommen Rosen hinzu und vielerlei Blüten. Es scheint fast ein Stück Italien auf deutschem Grund.

Zentrum des kleinen Gartens mit einer barocken vergoldeten Weltkugel ist das alte Teehaus:
ein eleganter Pavillon, der zum Verweilen einlädt. Unweit davon zeigen die Sonnenuhren die sprichwörtlichen schönen Stunden an, während ein barocker Merkur fast von seinem Podest eilen möchte, so scheint es.
Niedere Buchshecken und gekieste Flächen gehen in Richtung Barock-Garten.
Insbesondere unter Johanna Katz sind bald nach 1900 sehr viele Objekte aus der Altstadt von Gernsbach hier auf engem Raum zusammen getragen worden, so dass der kleine Garten in einigen Bereichen fast wie ein historisches Sammelsurium anmutet. Darunter eine Brunnenschale mit Maskaron.

Der schmale Uferstreifen direkt an der Murg bietet einen malerischen Ausblick auf Berge und Altstadt.
Es macht Freude in diesem grünen Kleinod zu verweilen und der Geschichte zu gedenken, die hier in Botanik und anderen Relikten ein bemerkenswertes Buch, dass man zu lesen verstehen sollte, darbietet.

Dank der Initiative eines örtlichen Vereins wurde der kleine historische Garten mit viel Eigeninitiative in den letzten Jahren erst wieder in Form gebracht und ist seitdem überhaupt erst wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der Katz‘sche Garten lohnt den Besuch allemal für Freunde historischer Gärten.

Denken Sie stets an die Sonnenuhren, die nur die schönen Stunden anzeigen! Sollten Sie mal im Raum Baden-Baden und Karlsruhe unterwegs sein, machen Sie einen Abstecher nach Gernsbach und verweilen in diesem Horts conclusus, auch wenn es nur eine halbe oder ganze Stunde sein sollte. Flora und Vertumnus werden es Ihnen danken, oder Chloris und Ceres werden sich glücklich schätzen über den Besuch dieses Hains.
Einziger Wehrmutstropfen, leider ist man von Seiten der Stadt Gernsbach und des Vereins nicht dazu bereit diesen freundlichen Hinweis und Beitrag auf den Garten zu verlinken, zu teilen oder sonstwie zu wertschätzen. O sancta teutonica Sitztönerei!

Jean B. de Grammont

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