Frédéric Chopin Grands concerts pour pianoforte

 

Der franco-amerikanische Pianist David Lively hat vor einiger Zeit zusammen mit  um einen Kontrabass verstärkten Quatuor Cambini-Paris eine Kammermusik Version von Frédéric Chopins berühmten beiden Grand Concerts für Pianoforte eingespielt.

Aufgenommen wurden die Konzerte in der großen Galerie der Banque de France für das Label Aparte.
Dem früheren Gouverneur der Banque de France Monsieur François Villeroy de Galhau sei Dank!

Das Streichquintett spielt auf kostbaren Instrumenten des 19. Jahrhunderts. Der Pianist auf einem herrlichen Flügel gefertigt von Sebastian Érard aus der Sammlung von Chris Maene.
David Lively studierte u.a. bei Jules Gentil Klavier. Gentil war ein großer Pädagoge und Kollege von Alfred Cortot, der bekanntlich ebenso ein besonders großartiger Chopin Interpret war.

Ohne mich damit schmücken zu wollen. Ich war vor längerer Zeit einmal zu Gast am Starnberger See im Hause der aus Wien stammenden Witwe des Komponisten Hans Posegga. Im großen Foyer des Hauses stand nach wie vor des Komponisten Flügel. Auch Possegga hatte in Paris sogar bei Alfred Cortot als junger Mann Klavier-Unterricht erhalten.

Die beim Label Aparte erschienene Aufnahme ist von wunderbarer Balance zwischen Streichern und Pianoforte, die exzellente Akkustik der barocken Galerie wird ebenfalls trefflich eingefangen.
Das ist mit ein Grund dafür, dass wir diese Aufnahme auf haute-culture-jdg.de gerne präsentieren!

Denn Einspielungen, darunter freilich zahlreiche exzellente, dieser Meisterwerke gibt es wie Sand am Meer.

Nachweislich spielte Chopin selbst seine Konzerte in dieser Kammermusik-Version. Es war die für den Salon und einen kleinen gehobenen Zirkel passende Variante.
Vor allem klingt der historische Érard Flügel unter den fingerfertigen Händen von David Lively wesentlich farbenreicher und subtiler wie ein moderner Konzertflügel.
Das Fortepiano verschmilzt hier mit den Streichern wunderbar. Und einzelne Passagen klingen in der solistischen Besetzung wesentlich klarer und zugleich feiner.

Wie wird hier die Poesie der langsamen Sätze ausgeformt! Wie perlen die raschen Läufe brillant dahin gleich der Perlage eines herausragenden Champagners!

Poesie und Eleganz haben sich bei Chopin zusammen getan auf ganz einzigartige Weise.
In dem warmen und zugleich gut durchhörbaren Streicherklang von Julien Chauvin und Karine Croquenoy an den Violinen, Pierre-Eric Nimylowycz Viola und Atsushi Sakai Violoncello wie Thomas de Pierrefeu Kontrabass hat das Ensemble vorzügliche Interpreten gefunden.

Ähnlich dürfte das Mitte der 1830iger Jahre in einem Pariser Salon mit Chopin selbst am Flügel geklungen haben.

Selbst George Sand wäre wohl entzückt gewesen!

Selbst im Manoir zu Nohant dürften die Concerts ebenfalls dergestalt aufgeführt worden sein.
Es ist wirklich ein Chopin der höchsten Ansprüchen genügt!
Ich danke insbesondere Karine Croquenoy dafür, dass mir diese CD direkt aus Paris zugeschickt wurde.

Jean B. de Grammont

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