






Nach dem Crémant Klassiker von der Loire Bouvet-Ladubay, über den hier bald noch mehr zu lesen sein wird, ist es höchste Zeit über einen deutschen Schaumwein Klassiker und diesjährigen Jubilar zu berichten.
Nämlich über Kessler Sekt aus Esslingen am Neckar.
Johann Georg Christian von Kessler war es, der vor 200 Jahren 1826 die Sektkellerei gründete, die somit die älteste deutsche Sektkellerei ist.
Freilich gibt es auch hier eine Verbindung zu Frankreich, denn Kessler arbeitete als Prokurist bei der berühmten Veuve Cliquot Madame Barbe-Nicole Cliquot-Ponsardin in Reims.
Von dort brachte Kessler die méthode traditionelle nach Deutschland.
In dem schmucken Fachwerkbau, der teils auf die Stauferzeit zurückgeht, mitten in der malerischen Altstadt von Esslingen befindet sich das Stammhaus der Marke.
Große alte Gewölbekeller bilden die Schatzkammer für edlen Perlwein.
Und so ist es noch heute und gute Qualität ist das oberste Gebot bei Kessler.
Kein Wunder, dass König Wilhelm I von Württemberg Kessler zum Hoflieferanten ernannte und in den Adelsstand erhob. Selbst am russischen Zarenhof fand der Sekt aus dem Haus Kessler großen Anklang.
In der jungen Bundesrepublik wählte Konrad Adenauer Kessler stilsicher zum Lieferanten für Staatsempfänge.
Das Savoir-Faire hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten, nach einer Krise fing Kessler wieder erfolgreich neu an.
Ich probierte als erstes einen italienischen Ableger von Kessler, praktisch ein Spumante.
Und zwar Kessler Gold in der eleganten Flasche, die von der Form her an Champagner-Bouteillen des 18. Jahrhunderts erinnert. Auf dem Etikett das Kellner-Doppel, welches einen Eiskübel mit Flasche herbei trägt.
Dies originelle Emblem aus den 1920iger Jahren, ist bis heute Markenzeichen von Kessler geblieben.
Helles Gelbgold in der Flasche verspricht köstlichen Genuss. Ausgerechnet in einem badischen privaten Schlossgarten goutierte ich dies schwäbische Erzeugnis. Diese kleine Grenzüberschreitung erhöhte womöglich noch den Genuss?
Eine duftige Perlage und eine feine Cremigkeit mit dezenten Birnen und Quittenaromen erfreuen den Gaumen. Es strömt und perlt wie flüssiges Gold. Dazu gab es einen leichten Sommersalat mit Ziegenfrischkäse und Walnüssen sowie Lachs-Suschi mit Avocado und einen mildnussigen Winzerkäse aus dem Elsass sowie Bauernbrot und Baguette.
In dem von Rosen umrankten Pavilon waren das köstliche Momente. Fortsetzung folgt bestimmt mit weiteren Bouteillen des Hauses Kessler.
Jean B. de Grammont
Copyright der Bilder beim Autor, ebenso das vom Autor gemalte esquisse d´aquarell.

