
Welch eine Gestalt war nicht Bernhard Romberg!
Einer der größten Cellisten seiner Zeit. Und ein Zeitgenosse Beethovens. Mit diesem an der Viola und den Ries Geschwistern formierte Romberg zu Beginn seiner Karriere ein Streichquartett in Bonn als Teil der fürstbischöflichen Hofmusik.
Später waren Paris und Wien wie weitere Weltstädte sein Umfeld für Konzertauftritte, etwa wurden seine Werke in den Concerts spirituels zu Paris gegeben. .
Das Romberg darüberhinaus ein exzellenter Komponist war, zeigt nun das in Freiburg i.Br. beheimatete Ardinghello Ensemble mit einer Auswahl seiner erlesenen Kammermusik in der freilich das Violoncello eine wichtige Rolle spielt. Erschienen ist diese beim Entdecker-Label CPO.
Musik für den Salon ist das vom Feinsten.
Im Flötenquintett mit warmer Streicherbesetzung von zwei Violen und Cello und einer Violine kann Karl Kaiser an der Klappen-Flöte der Ära um 1800 brillieren, während ihn Annette Rehberger an der Geige, sowie Sebastian Wohlfahrt und Anna Kaiser an den Bratschen und Martina Jessel accompagnieren und auf Wolke 7 tragen.
Ein ausgedehntes Werk in vier Sätzen mit einem Menuetto an zweiter Stelle, einem innig sanglichen langsamen Satz und einem heiteren Rondo-Kehraus.
Dagegen fast eine Opernszene für Flöte als Primadonna und Streich-Trio ist das Divertimento in dieser Aufnahme in einem Satz, das in seiner eleganten Leichtigkeit fast an Gioacchino Rossini erinnert mitsamt Variationen und luftig leichten schillernden Flötengirlanden.
Eine sehr edle Haltung zeigt endlich die Preziose des Grand Trio für Streich-Instrumente. Das Cello brilliert hier bis in höchste Lagen hinein und offenbart eine Noblesse, die berührt und erfreut.
Erlesene Kammermusik ist das auf höchstem Niveau interpretiert, so macht es Freude.
Es lohnt sich, diese Kammermusik kennen zu lernen.
Jean B. de Grammont

