Barock-Motetten aus Leipzig


Die Rheinische Kantorei unter Edzard Burchards hat eine Anthologie an Leipziger Barock-Motetten für das Label CPO eingesungen unter dem Motto Love and Devotion.

Das Spektrum reicht dabei vom 17. Jahrhundert mit Motetten Sebastian Knüpfers, hin zu Johann Schelle und Werner Fabricius wie Tobias Michael, bis hin in spätere Zeiten mit Motetten von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann sowie bis ins spätere 18. Jahrhundert zu Johann Adam Hiller und des Weiteren Gesängen von Johann Friedrich Doles und von Johann Ludwig Krebs.

Das ist eine gelungene Zusammenstellung barocker Geistlicher Vokalmusik, die lediglich von Truhenorgel und Violone begleitet wird.

Mit klaren Linien und einem geschmeidigem Chorsound von kristalliner Struktur gelingt es den Affektgehalt dieser Motetten vom Frühbarock bis hin in die Empfindsamkeit und Spätbarock meisterhaft darzustellen.

Allein schon das 8stimmige Jauchzet dem Herrn alle Welt Telemanns gefolgt von Johann Sebastian Bachs Sei Lob und Preis mit Ehren, abgeschlossen wieder von Telemanns Amen Lob und Ehre und Weisheit imponiert in seiner Dichte und seiner insbesondere bei Telemann himmelstürmenden Kontrapunktik. Diese Kompilation der beiden Großmeister des deutschen Barock geht fast nahtlos ineinander über, als wäre das ganze Stück von einem Komponisten und aus einem Guss. Wohl hat Thomaskantor Albrecht Haller diese Werke verknüpft.
Die Klangsprache des Frühbarock überzeugt hier ebenso. Zuletzt gemahnt Hillers Motette Alles Fleisch ist wie Gras an die Vergänglichkeit mit flehenden Motiven.
Fast wie eine vokale Orgel schnurrt die Rheinische Kantorei in Bestform und bietet ein Zeignis der hohen Kunst der Geistlichen Motette Mitteldeutschlands im 17. und 18. Jahrhundert.

Für Chorfreaks ein must have.

Jean B. de Grammont